Emanzipatorische Methoden in der politische Bildung

Arbeitsbereiche, Themen und Modelle


Fritz Letsch Institut für politische Pädagogik
in der Bildungswerkstatt Brandenburg,
Lindenstrasse 53 in o-156o Potsdam, Telefon & fax 22o92

1.) Zukunftswerkstätten 2
2.) Die Moderation von Zukunftswerkstätten 2
3.) Projektentwicklung und Planung in der politischen Bildung 4
4.) Politische Supervision und Organisationsentwicklung 5
5.) Rhetorik & Moderation: Ausdruck, Eindruck und Motivation 6
6.) Stichworte zur politischen Arbeit an den verschiedenen Themen der Sucht 7
7.) Geschichtsarbeit 8
8.) Formen der eigenen Organisation in Initiativen und Mitwirkungsmöglichkeiten in der Politik 9

1.) Zukunftswerkstätten


Utopien für Frustrierte
Träume für Unbeugsame
Phantasie für Ausgesperrte

Die Wahrnehmung der eigenen Situation kann nur im Blick auf die weitere Umgebung vollständig sein: Wie geht es uns (gestern / heute / morgen) in diesem Land? Wer bin ich nun - wer bleibt mir wichtig?

Wenn die Träume müde sind, ist die Phantasie nur sparsam zu verwenden... Von Überlebensstrategien zu neuen Entwürfen weiterdenken.

Was wir schon oft versucht haben, woran ist es gescheitert? Sackgassen und Teufelskreise, Nebel und zu große Wegweiser entmutigen. Die nächsten kleinen Schritte...

2.) Die Moderation von Zukunftswerkstätten


Zukunftswerkstatt ist eine Arbeits- und Seminarform, mit der Gruppen, Initiativen und Einrichtungen ihre Ziele und Kräfte klarer in den Blick bekommen können.

Die Moderation von Zukunftswerkstätten erfordert eine besondere Rolle: Einerseits soll die ModeratorIn den Überblick behalten, andererseits soll sie sich in die Lage der TeilnehmerInnen möglichst genau einfühlen. Dabei ist dann auch noch die jeweils angewandte Methode im Blick zu behalten, das Thema und der Verlauf der Arbeit.

Das Moderationsseminar für Zukunftswerkstätten geht am Modell der Zukunftswerkstatt nach Robert Jungk durch ein gemeinsames Thema und reflektiert danach die Arbeitsweisen und Methoden. Anschließend entwerfen die TeilnehmerInnen ihre eigenen Moderationen zu einem eigenen Thema. Diese Moderationsentwürfe werden am Schluß vorgestellt und gemeinsam nachbesprochen.

Beispiel einer Einführung
Das Modell der Zukunftswerkstatt wurde aus dem Exil nach Deutschland gebracht. Mit vielen anderen Methoden der Psychologie und der Pädagogik, der neuen Künste und der aufgeklärten Wissenschaft kam das Denken der Menschen zurück, die vor dem Faschismus fliehen mußten. Im Exil hatten die Geflohenen zu begreifen versucht, was in ihrer Heimat passiert ist. Daraus entstanden die Grundlagen für eine Arbeit auf der Basis von Gruppen ohne autoritäre Leitung, die selbst erforschen und begreifen, wie sie arbeiten können und wo ihre destruktiven Fehler liegen. Für solche Gruppen kann die Zukunftswerkstatt eine hilfreiche Methode sein. Sie kann nicht im rivalisierenden System verwendet werden.

Aufbau der Methode

Die Zukunftswerkstatt besteht aus drei gleichen Zeiträumen oder Schritten, einer Vorbereitung und einer Auswertung der Arbeit am Ende. In der Vorbereitung müssen die Interessen der TeilnehmerInnen geklärt werden. Daraus wird ein gemeinsames Thema formuliert und aufgeschrieben. Im ersten Schritt geht es um die genauere und die verschiedenartige Wahrnehmung des Problems: Mit verschiedenen Methoden der Analyse können wir die beteiligten Interessen, die Zusammenhänge und die verschiedenen Anschauungen untersuchen.
Obwohl wir damit sicher nicht fertig werden, gehen wir zur vereinbarten Zeit (nach einer Pause) zum zweiten Schritt, zu unseren Wünschen. In Bildern und Gestaltungen, in Briefen, in imaginären Beschreibungen und Träumen entwickeln wir Modelle, die in dieser Zeit von niemand angegriffen werden dürfen. in dieser Zeit sind Killerphrasen streng verboten: Die Worte "das geht nicht, Das kannst du nicht, das wird nie was..." jede Kritik und jedes kritische Fragezeichen sind untersagt. Die Art der Präsentation in der gruppe sollte dem zukünftigen Inhalt entsprechen. Aber die ganze Gruppe wird Killerphrasen abwehren!

In der dritten Phase setzen wir uns dafür wieder kritisch mit der Realität auseinander: Wie kann ich meinen Wünschen näherkommen? Zur Konkretisierung brauchen wir Pläne, Freunde, Zeit und Mut. Dafür werden wir Planungsbüros einrichten, die gemeinsam eine Utopie zur Verwirklichung vorbereiten, mit Zeitplan, Finanzierung notwendigen Unterstützungen und Kräften. Diese Pläne sollten sehr genau notiert und vorgestellt werden.

Zum Schluss erzählen alle TeilnehmerInnen ihren Arbeitspartnern, was sie in der Zusammenarbeit gefördert hat und wo Schwierigkeiten im gemeinsamen Schaffen lagen. In der großen Runde tauschen wir dann noch aus, welche Bedeutung die Entwürfe für unsere Realität bekommen werden und wie die Moderation für eine Zukunftswerkstatt noch aussehen kann.

Die Arbeitsmethoden in einer Zukunftswerkstatt
können sehr verschieden sein, für heute möchte ich sehr einfache Modelle vorschlagen: Für die erste Phase eine Spinnweb- oder Wurzel-Analyse: Wir schreiben das gemeinsame Thema in die Mitte eines großen Blattes und schreiben oder zeichnen rundherum, wo die Wurzeln des Problems liegen und welche Interessen damit zusammenhängen. Verschiedene Farben und Zeichnungen, Verbindungslinien und Skizzen erleichtern die Vorstellung in der großen Gruppe.

Die Pause vor der zweiten Phase ist wichtig, unsere Gedanken davon wieder zu lösen. Als Methode für die Wunschbilder ein Modell: Versuche, in einem Brief einer Freundin im Ausland zu schildern, wie toll die Situation in Rumänien jetzt, im Jahr 2o12 geworden ist und wie es dazu kam. Du kannst auch malen, wie du dir deine Umgebung wünschst, wie die Welt oder dein Arbeitszimmer darin aussehen wird...

Für die Planungsbüros in der dritten Phase hier ein Zeit-Planungsmodell: Wenn du für den Bau eines Kulturhauses fünf Jahre brauchen willst, was machst du im ersten Jahr? Und was machst du im ersten Monat des ersten Jahres? Was machst du in der ersten Woche des ersten Monats, was am ersten Tag, als morgen?
Du kannst aber auch auflisten, wen und welche Fähigkeiten du zu deinem Projekt brauchen wirst. Alle Hände werden wichtig dabei. In dieser Zeit sind Wunder und Geschenke keine Planungsgrundlage, alles sollte konkret überlegt werden. Die Auswertung am Schluss wird zeigen, wie ernst ihr euch selbst und eure Arbeit nehmt. Ich bin gespannt.

3.) Projektentwicklung und Planung in der politischen Bildung

Projekte der politischen Bildung brauchen neben einer zielgruppenorientierten Organisation und Werbung auch klare Ziele und einsichtige Strukturen.

Die politische Bildung findet nicht nur in einer Serie von Seminaren und Veranstaltungen ihren Ausdruck, sie muss auch in einem Zusammenhang von Beständigkeit neben den tagespolitischen Ereignissen das gesellschaftliche Bewusstsein widerspiegeln. Viele Gruppen und Initiativen sind aber zu Projektentwicklung und Planung nicht eigenständig in der Lage. Wie bringen wir akute Themen in den Blick, ohne den Überblick zu verlieren?

Für die Projektentwicklung ist zuerst die Zielgruppe, das Thema und der Zweck der Maßnahme genauer zu beleuchten, dann kommen Fragen der Finanzierbarkeit, der Kompetenzen und der Sicherheit in der Durchführung und Abrechnung. Für langfristige Arbeit ist der Aufbau von Adresskarteien, einer Außendarstellung (>Corporate Identity<) und einer entsprechenden Planung mit innerer Struktur, Außenvertretungen und solider Einbindung sinnvoll.

4.) Politische Supervision und Organisationsentwicklung


Supervision bedeutet "den Überblick zu gewinnen". In allen Bereichen gemeinsamer Arbeit ist der unterscheidende Blick auf Eigen- und Organisationsinteressen nötig.

Politische Supervision ist neben den verschiedenen Ausbildungsansätzen zur fachlichen Supervision in Berufen ein eigenes Feld für ModeratorInnen und Anleitende sowie kritische Begleiter von Gruppen. Sie nimmt besonders die Situation von Gruppen in ihrem politischen Umfeld in den Blick, um in Austausch und Beratung die Stärken und die Schwachstellen der Arbeit, der angewandten Methoden und der Ergebnisse zu sehen.

Politische Organisationsentwicklung nimmt dazu die Strukturen von Einrichtungen, die Mechanismen von Macht und Verantwortung, aber auch die Probleme von Personal und Personalpolitik in die Arbeit. Dabei kommen die verschiedenen Formen von Verschleiern und Übertünchen, von Tricksen und Überspielen genau so zur Sprache wie Überforderungen, Anmaßungen und Zumutungen, die uns im menschlichen Zusammenarbeiten begegnen.

Ziel der Politischen Supervision und Organisationsentwicklung ist es, dabei neue Hilfen und Rituale zu erfinden, wie wir unsere Wachsamkeit auf uns, unsere Gesundheit und unsere Zufriedenheit in der eigenen Arbeit erhalten, auch wenn alles gegen uns zu laufen scheint.

Für das Wort Supervision wurde meines Wissens bis heute keine treffende deutsche Ausdrucksweise gefunden. So wird der Begriff international für diesen Vorgang stehen: Eine Person oder Gruppe entschließt sich, für einen bestimmten Zeitraum und zu einem bestimmten Thema sich eine fachkundige Begleitung zu wählen. Die SupervisorIn wird zuerst die entsprechende Vereinbarung mit der Person / Gruppe formulieren. Auch die Bezahlung muss von Anfang an klar sein, um nicht in kritischen Situationen eine Interessensvermengung zu erzeugen.

Von der Ausbildung her ist eine der wichtigsten Grundlagen, dass die SupervisorIn sich nicht in die Arbeit der Gruppe einmischt, sondern aus dem distanzierten Blick die heißen Themen anspricht und die Beteiligten auf der Suche nach Lösungen unterstützt. Der wichtigste Unterschied zu Vorgesetzten aller Art ist, dass nicht gewertet und nicht beurteilt wird, dass alles Gesprochene innerhalb der Gruppe bleibt und dass Konsequenzen nur von den Betroffenen selbst gezogen werden.

Eine Supervision kann Hilfe zu einem bestimmten Abschnitt, zu einer Aufgabe oder einer Krise sein, in qualifizierten Sozial- und Erziehungseinrichtungen gehört sie zur ständigen beruflichen und persönlichen Reflexion.

Politische Supervision
ist eine Arbeitsgruppe innerhalb der Sozialpolitischen Gesellschaft, die zum Einen die politischen Fragestellungen bei allgemeinen und Projekt- Supervisionen und im Bereich der Organisationsentwicklung im Auge behalten will, zum Anderen aber auch speziell an politischen Aufträgen und der eigenen politischen Orientierung arbeitet. So dient sie vor allem dem Austausch der SupervisorInnen untereinander und der Fortbildung von Mitgliedern und Interessierten.

Politische Organisationsentwicklung
Politische Organisationsentwicklung nimmt dazu die Strukturen von Einrichtungen, die Mechanismen von Macht und Verantwortung, aber auch die Probleme von Personal und Personalpolitik in die Arbeit. Dabei kommen die verschiedenen Formen von Verschleiern und Übertünchen, von Tricksen und Überspielen genau so zur Sprache wie Überforderungen, Anmaßungen und Zumutungen, die uns im menschlichen Zusammenarbeiten begegnen.

5.) Rhetorik & Moderation: Ausdruck, Eindruck und Motivation


Zu Methodik und Gestaltungsformen in Veranstaltungen der politischen Bildung - Wahrnehmungsübungen, Überlegungen und neue Entwürfe für die Praxis - Seminarentwürfe
Seminar zu Moderationsformen

A: Vorträge zum Abschalten
B: 1. Sogar ein Vortrag kann spannend sein
Rhetorik beginnt bei der Begrüßung: Stilfragen
Thematischer Aufbau soll zu einem Ziel führen
Stimme und Ausdruck sind zweite Botschaft
Was fördert meine Ausdrucksstärken?

2. Andere Formen bringen uns persönlich näher (>Wollen wir das?)
Anleitung zu Gesprächsrunden, Beispiel Blitzlicht und Schwierigkeiten dabei
Die Vorstellungsrunde ergibt ein Bild und eine Stimmung
Kleingruppen bereiten ein Thema für ein Plenum vor
Zusammenfassung und Abschluß sollen einen Ausblick ergeben

3. Auch Ruhe und Gelassen werden kann gut tun
Ankommenszeiten sollen uns empfangen, Pausen sollen uns pflegen
Räume und Einrichtungen prägen unser Verhalten
Vor-Räume und Umfelder, Bewirtung und Zeit- Fragen
Stil ist nicht aufwendig und teuer

4. Neue Entwürfe, die uns selbst verführen würden
was für uns selbst spannend wäre
Darf Arbeit Spaß machen / Lustvoll sein? (Und dabei produktiv?)
Ängste und Vorbehalte behindern Erneuerungen
Gewohnheiten sind traditionsbildend

C: Welche neuen Formen entsprechen tatsächlich unserem Anliegen,
bringen unsere Ziele genauer zum Ausdruck, können echt unsere eigenen werden?
Kritische Reflexion des Seminars und unserer Arbeitsergebnisse Planung für die Weiterarbeit in der jeweiligen Einrichtungen

Gestaltung und Gestaltwahrnehmung

Die Dinge sind, wie sie sind.
Und sie sind, wie wir sie sehen.
Und sie werden, wie wir sie verändern.
Siehst du schon den ersten Hauch von ...
Zur bewussten Veränderung müssen wir die Struktur durchschauen:So wie ein Schreiner das Holz unterscheiden muss nach Art, Eigenschaften, Qualität und Feuchtigkeit, um zu wissen, was er im Besten Fall daraus gestalten kann, müssen wir für soziale und politische Arbeit Kriterien finden, die uns die Struktur der Gegenwart und die Wünsche der Veränderung klarer machen.
Nichts davon bleibt im Prozess der Veränderung ohne Bedeutung:
Raum Ort Landschaft
Zeit Monat Ruhe
Personen Alter Berufe
Gruppe Moderation Ziele
Interessen Themen Energie ......
Der ganze Vorgang einer Begegnung und einer Veränderung sind als Gestalt zu betrachten.

6.) Stichworte zur politischen Arbeit an den verschiedenen Themen der Sucht


In einer Gesellschaft der kleinen Süchte werden die großen Süchte verfolgt.
In der bewusstseinsbildenen Arbeit muss die Wahrnehmung trotzdem nüchtern bleiben.

Gesellschaft der Sucht und der Suche: In der Sattheit Ver-Suche mit immer schärferen Dingen
Gesellschaft, die sucht: in vielen Richtungen, im Geschäft ist mehr und schneller statt genauer und phantasievoller gefragt.
Gesellschaft, die süchtig hält: Arbeitssucht, Alk und Koffein, Kopfschmerz- und Schlaftabletten werden durch die Allgemeinheit gedeckt.

Drogen als Aufbruch: Die innere Reise kann konsumiert werden
als Genußmittel zur Veränderung der alltäglichen Wahrnehmung
als Beruhigung gegenüber einer kaputtgehenden Welt
als Abhängigkeit von Händlern und Geldbeschaffung
als Widerstand gegen die Verbietenden Behörden
als Geschäft der Hersteller, Großhändler und Kleindealer
als Staatssache des äußerlichen Verbots bei heimlichen Geschäften
als Militärmittel in Kriegen und zur Ruhigstellung der Bevölkerung
als Heilungsmittel der Entspannung gegen die Spannungsgesellschaft.

7.) Geschichtsarbeit


"Die eigene Geschichte sichten" hat mit den Schuldzuweisungen von Siegermächten nichts zu tun
7.1.) Es gab keine "4o Jahre"
Das Ende des Faschismus
Der sozialistische Traum
Der kalte Krieg

7.2.) Die Mauer gabs in Ost und West
Stalinismus und Widerstand
Der proletarische Alltag
Der kleine Internationalismus

7.3.) Ein System wurde Heimat
Jugend in glaube und Widerstand
Ich bin ein teil des Kollektivs
Sicherheit im Versorgungspark/staat

7.4.) Die Übernahme ging sehr schnell
Ausreise und Abenteuer
Die Marktwirtschaft greift zu
Wo blieben unsere Träume?

8.) Formen der eigenen Organisation in Initiativen und Mitwirkungsmöglichkeiten in der Politik


Zwischen Faschos, Bürokratie und Parteienmüdigkeit:
Welche Strassenseite soll regieren?
Eine Tagungsreihe für Interessierte aus Initiativen und Vereinen
Tagung 1: Von der eigenen Gruppe bis zur Kommunalpolitik
Tagung 2: Vom Landkreis bis zur Landespolitik
Tagung 3: Bundes-und Europapolitik
Die Tagungen sollen zwar in gewisser Weise aufeinander aufbauen, sie sind aber jeweils als eigenständige Veranstaltung einzeln zu verstehen.

Situationsbeschreibung
Die sogenannte "Politik von der Straße", die erst für den Abschied vom alten DDR-System stand, ist im Prozess des Anschlusses und in den Mühlen der Bürokratie ermüdet und in ABM-Maßnahmen übergeleitet.
Die andere "Politik von der Straße" zündet jetzt mit Bürgerzustimmung die Unterkünfte für Asylanten an. Die Empörung der anderen Bürger füllt zwar die Medien, aber mit dem Ruf nach besserer Polizeiausrüstung und Bestrafung erscheint der gleiche Ungeist der prügelnden Politik-Auseinandersetzung auch auf dieser Seite.
Dabei waren wir schon viel weiter: Es gab die Möglichkeiten der politischen Gestaltung, ohne sich die Schädel für verdummte Phrasen und neidische Spekulationen einzuschlagen. Wenn Sozialarbeiter nötig werden, damit sich Nachbarn verständigen können, ist das Klima schon im Vorfeld vergiftet. Die Leistungsgesellschaft lässt ihre Opfer an den Rändern liegen.

Lösungsmöglichkeiten
Initiativen, Gruppen und Vereine haben für ihre Situationen schon immer eine bessere Lösung angestrebt: Im gewachsenen Zusammenwirken kann vom Informationsaustausch bis zur gemeinsamen Interessenvertretung eine für alle angenehme Situation geschaffen werden.
Diese Fähigkeiten von der kleinen Ebene auch in die Bereiche der Politik zu übersetzen, könnte dort die verstaubten und verkommenen Stilmittel in Frage stellen. Mitwirkungsformen wie der Runde Tisch auf den verschiedenen Ebenen wurden zum Beispiel nicht in die neue Politik aufgenommen, weil die West-Politiker nichts damit anzufangen wußten und die Ost-Initiativen nicht selbstbewußt genug darauf bestanden.
Tagung 1: Von der eigenen Gruppe bis zur Kommunalpolitik
Arbeitsvorschlag
Wie kommen nun die Gruppen und Initiativen zu einer klareren Interessenvertretung?
Der erste Schritt wird wohl in der Zusammenfassung der Anliegen in den eigenen Reihen und die Überprüfung der eigenen Organisationsform sein. Dazu gehören natürlich auch Informationsfluß, Kompetenzen und die Weitergabe von Fähigkeiten und Fachwissen.

Aus dieser Selbstbeschreibung können wir dann eine Beschreibung für unser "Aussenbild" entwerfen, mit dem wir den verschiedenen Partner- und Zielgruppen entgegentreten können.

Damit können wir dann auch im kommunalen Rahmen deutlicher sichtbar werden und unseren Beitrag für das Gemeinwesen selbstbewusst einbringen. Aus dem Beispiel unserer Arbeit können dann auch andere neue Interessensverbindungen entstehen. Damit wäre unser erster Beitrag für eine "Zivilisierung der Verhältnisse" zu umreißen, den wir dann von der Kommunalebene auch in die weiteren Politikebenen weiterführen können.

Programmvorschlag:
Freitag 6. Nov. 19 - 22 Uhr Vorstellungen der Personen und der Initiativen, Durchsprechen des Programms
Samstag 7. Nov. 10 - 13 Uhr Entwürfe zu den Anliegen der Initiativen aus der Sicht der TeilnehmerInnen, Skizzen der inneren Struktur und Problempunkte
15 - 18 Uhr Die Wirkung nach Aussen: Darstellungen für Öffentlichkeit und Kommunalpolitik, Möglichkeiten der Mitwirkung auf den verschiedenen Ebenen
abends eventuell gemeinsam gestaltet
Sonntag, 8. Nov. 10 - 13 Uhr Austausch zur Weiterentwicklung der Zusammenarbeit unter den Initiativen im Blick auf eine klare Kooperation nach Aussen und in der Kommunalpolitik
Reflexion des Wochenendes und gemeinsamer Entwurf der Folgetagung


Weiterführende Literatur


Zur Themenzentrierten Interaktion (TZI)
...
Zur Zukunftswerkstatt
Robert Jungk, N. Müllert: Zukunftswerkstätten GOLDMANN,
Robert Jungk: Modelle für eine lebenswerte Zukunft,

Als Utopiemodell: bolo´bolo, Autor: p.m., endgültige Ausgabe, PARANOIA CITY; Zürich
Zur Supervision
Reinald Weiß: Bühne Frei für eine politische Supervision, AG SPAK München
Zur Pädagogik der Unterdrückten
Paulo Freire: Pädagogik der Unterdrückten FISCHER TB
Joachim Dabisch und Heinz Schulze: Befreiung und Menschlichkeit, Texte zu Paulo Freire, AG SPAK München 1991

Zum Theater der Unterdrückten
Augusto Boal: Theater der Unterdrückten, SUHRKAMP, Frankfurt
Bernd Ruping (Hrsg.): "Gebraucht das Theater,Die Vorschläge von Augusto Boal: Erfahrungen, Varianten, Kritik" bei: Bundesvereinigung Kulturelle Jugendbildung , Küppelstein 34, 5630 Remscheid 1 (1991)(Vergr:)

Diese Anleitung entstand für eine zweisprachige deutsch-rumänische Begegnung. Der Text ist an manchen Stellen deswegen etwas vereinfacht und geht zum Teil auf den Vorlauf, die Auseinandersetzung mit der deutschen und der rumänischen Geschichte ein.
Corporate Identity ist eine Methode, die Außendarstellung einer Einrichtung mit ihrem eigenen Bild in Einklang zu bringen.
Ich beziehe mich hier auf das Konzept der > Corporate Identity <, das für Einrichtungen die Übereinstimmung von Selbstverständnis und Außenbild herstellen möchte. Es findet bisher vor allem in der Firmen- und Produktwerbung Anwendung, könnte aber gerade für Gruppen im politischen Feld eine Hilfe zur Außen- und Zusammenarbeit sein.

Emanzipatorische Methoden in der politischen Bildung Entwurf Fritz Letsch, 8.September 92
Institut für politische Pädagogik in der Bildungswerkstatt Brandenburg, Lindenstrasse 53 in o-156o Potsdam