Unsere konservativen MitbürgerInnen verweigern gerne die Vorstellung, dass Migration und ihre Folgen, Gast-Status bis Integration, neue Situationen erzeugen. Die Folgen der "Kopf in den Sand"/ "Die Kirche bleibt im Dorf" -Politik werden teuer.

Folgekosten der verweigerten Integration

Als die ersten Gastarbeiter in den 50ern von der Industrie angeworben wurden, waren das ungelernte Arbeitende (in München aus Portugal stammend), die auch nach zwei Jahren wieder ausgetauscht wurden. Manche der Folgegruppen (zuerst aus Italien) blieben, wenn der Weg in die Heimat zu weit und die Kontakte hier besser wurden.

Bei vielen Arbeitenden aus der Türkei kam nach einer Zeit die Familie nach, und die Ziele des Hausbau in der Türkei sind oft erreicht, aber das Leben dort hat sich verändert, das Leben hier wurde Gewohnheit, sogar der Winter ...

Daraus wurde eine Zuwanderung, die von den Einen nie gewollt, von den Anderen aber gutgeheissen und von manchen hilfreich begleitet war. Soziale Arbeit hat immer wieder pragmatisch reagiert und von der Politik entsprechende Anerkennung und Finanzierung gefordert, blieb aber meist auf den Vorleistungen und Spenden sitzen.

Am Beispiel der Schulen und der Lehrerausbildung in Bayern

ist die Verweigerung gut zu sehen, wird die Situation mühsam verwaltet, aber weder geplant noch beantwortet: Kinder sprechen andere Sprachen als die Lehrkräfte, Anpassung der Kinder wird gefordert.
Die Arbeit der Lehrkräfte wird erschwert, ihre Ausbildung aber nicht nennenswert verbessert und an die Situation angepasst. Migranten werden in Statistiken erfasst, der Rest ist Kunst der jeweiligen Personen.
Jugendliche entwickeln ihre Widerstandsformen und imitieren Gangsta- Hiphop-Klischees, türkeln und kanacken, geraten damit aber in gefährliche Nähe zu kriminellen Substrukturen, die sich eher durchschlagen, als berufliche Einordnungen anzunehmen.

Auch andere konservative Strukturen blenden aus

Die Grundhaltung, dass sich MigrantInnen zu integrieren hätten, die "Angestammten" aber so bleiben, wie sie waren (was bei unseren heutigen gesellschaftlichen Verhaltensweisen oft eine Geschichte von zehn bis zwanzig Jahren ist: Reisen, Kochen, ...)

Berufliche Bildung

In der Arbeitswelt waren wir so weit mit der europäischen Öffnung beschäftigt, dass wir zwar im Internet orientiert sind, dort aber den türkischen Sportverein an der Ecke nicht wahrnehmen:

Bürgerschaftliche Themen

Themen wie Naturschutz, Klima- und Umweltbewegung, aber auch die verbandliche wie kirchliche Jugendarbeit ist den MigrantInnen erst noch sehr fremd,

Die Parallelkulturen wachsen

auch in den bayrischen und münchnerischen Szenen und Strukturen.

Absinken der kulturellen Interaktion

Mißverständnisse und Gewaltsituationen
Übersetzungen und Soziale Arbeit
Polarisierungen der Religionen

Modelle in allen Kulturregionen

Die Ausgrenzung von "Fremden" oder "Gästen" hat in allen Kulturen einen Hintergrund: Die "Familie", den "Stamm" zu schützen, abzugrenzen. Wenn den Touristen in Bayern das aussprechen von "Oachkatzlschwoaf" und das jeweils "richtige" essen der Weißwürste* gelingt, wird ihnen freundlich eine Integrationsbereitschaft signalisiert, meistaber auf dem Hintergrund, dass sie sicher wieder abfahren, wenn sie bezahlt haben.

Sklaverei als Gewinn des Rassismus

Vor hundert Jahren waren Neger noch keine Menschen, Frauen noch bedingt geschäfts- und nicht wahlfähig. Im Rückschritt des "Dritten Reiches" war es gefährlich, daraufhinzuweisen, dass Neger auch Menschen sind. In den amerikanischen Südstaaten gibt es immer noch Regionen ...
Nach der Wahl eines farbigen Präsidenten kann die amerikanische Reaktion mit allen scmutzigen Mitteln arbeiten: Er ist kein anständiger Amerikaner, sondern Ausländer, Moslemfreund, ....

Die Gewinne der Sklaverei und die Verbrechen des Kolonialismus (Millionen ermordeter Afrikaner im Kongo ... in Namibia, als es noch Deutsch-Südwest war, ...) bleiben verdrängt, verwundert distanzieren wir uns von der (verbliebenen!) Gewalt in afrikanischen Staaten, die immer noch nach Kolonialgrenzen definiert werden, aber längst in Rohstoff- und Handelsbereiche aufgeteilt sind.

Homelands

Apartheidpolitik definierte die Rassentrennung, Integration wurde als Rassenschande definiert.

Sklavenhaltung in Israel und ...

Die arabische Bevölkerung und die palästinensischen Gebiete so weit unter Lohnniveau zu halten, dass eine Gleichberechtigung noch nicht einmal mehr gedacht wird ...

Demokratie wird zum leeren Ritual

Parteien und Karrieren, Polarisierungen der Themen
Parlamente und lächerliche Wahlbeteiligungen
Beteiligungsstrukturen?

Übergangsbewegungen

Theaterszene von der mitgebrachten katholischen Freundin des gläubigen Moslem